Wednesday, May 2. 2012
Nonkonformisten
Retroprogger sind quasi die Dr.-Who-Fans des Fandoms. Soll heißen, selbst unter Freunden des Genres gelten sie als etwas komisch, besonders, wenn sie vor allem die alten Staffeln in ihr Herz geschlossen haben. Noch dazu ist es ein sehr skandinavisches Phänomen mit einem großen Potential zur Selbstreferenzialität (angeblich haben die Schweden von Anekdoten, die ehemals als King-Crimson-Coverband begannen, mittlerweile selbst ein paar Coverbands, allerdings in Japan). Wenn man nun wie Wobbler (aus Norwegen) noch zur "zweiten Welle" des Retroprog gehört (der im übrigen keinesfalls mit dem Neoprog diverser meist ungleich frohsinnigerer Bands zu verwechseln ist), zählt man natürlich auch andere Retrobands wie beispielsweise die schon fast legendären Änglagård (aus Schweden) zu seinen Vorbildern -- und wenn man sich denn auf die Großen Alten von einst besinnt, dann gerne auch auf etwas abseitigere Titanen wie die ehrwürdigen Gentlemen von Gryphon (mit Vorlauf ab etwa 6:10):
Charly Heidenreich jedenfalls hat es gewagt, die beiden wohl wirkmächtigsten Vertreter des skandinavischen Retro, die schon totgeglaubten Änglagård und die quicklebendigen Wobbler nebst zwei weiteren Bands im Herbst nach Würzburg zu zitieren. Er gilt damit wohl zu recht als einer der großen Nonkonformisten der deutschen Veranstaltungsszene, wofür ihm unser Respekt gebührt ... Alles, was es jetzt noch braucht, sind zwanzig verkaufte Tickets in den nächsten zwei Wochen. Alle Freunde des neu-alten, tiefmütig-schwersinnigen symphonisch-astralen Mehrklangs seien hiermit aufgefordert, seinem Ruf zu folgen und hier ein solches Ticket zu erstehen.
Monday, April 16. 2012
Das Licht zwischen den Wolken ...
... erstrahlt ab sofort auf einer eigenen Seite, auf der man sich bis zum Erscheinen des Buchs die Zeit vertreiben kann. Im Aufbau!
Posted by JL
in Net News Comments: (2)
Trackbacks: (0)
Defined tags for this entry: das licht zwischen den wolken
Monday, April 9. 2012
Zweiundvierzig Jahre "Zeit" ...
... und nichts hat sich geändert: Wenn's den Kollegen aus Hamburg nicht passt, müssen's wohl die Faschisten sein. Vergleiche diesen schönen Artikel zur Heicon Jahrgang 1970 (via Clockworker) mit der aktuellen Kritik an "Iron Sky".
"Liberal", nennt Wikipedia die Kollegen. "Bildungsbürger", nennt Wikipedia die Leserschaft. Wir meinen: "Langweilig, platt und mutlos" — oder doch eher "bumsfideler Provinzmief"? "Fast nichts ist gut" — schlafe schön, liebes Deutschland.
"Liberal", nennt Wikipedia die Kollegen. "Bildungsbürger", nennt Wikipedia die Leserschaft. Wir meinen: "Langweilig, platt und mutlos" — oder doch eher "bumsfideler Provinzmief"? "Fast nichts ist gut" — schlafe schön, liebes Deutschland.
Posted by JL
in Lost & Found Comments: (0)
Trackbacks: (0)
Defined tags for this entry: people wrong on the internet
Thursday, April 5. 2012
Das Urheberrechtsdiskussionslexikon
Von "Contentmafia" bis zur "Tauschbörse" — und was viele "Piraten", "Verwerter" und "Kreative" darunter verstehen. Jetzt nachzuschlagen bei den Kollegen von Weißes Rauschen.
Posted by JL
in Lost & Found Comments: (0)
Trackbacks: (0)
Defined tags for this entry: netzpolitik, urheberrecht
Thursday, March 29. 2012
Umbruchstimmung
Wer sich immer schon gefragt hat, was den Un-terschied zwischen ARD und BBC aus-macht, hier steht die Ant-wort. Frage: Wie viele Drehbuchautoren braucht es, einen fehlerfreien Brief zu schreiben? Antwort: In Zeiten ungeschützter Inhalte offenbar mehr als 51.
Über den Inhalt wird wahrscheinlich anderswo noch genug geschrieben, daher Schwamm drüber, wir machen jetzt Feierabend.
Über den Inhalt wird wahrscheinlich anderswo noch genug geschrieben, daher Schwamm drüber, wir machen jetzt Feierabend.
Sunday, March 25. 2012
Neues von Sherlock ... und Gloria
Nachgereicht zwei kriminalistische Sammlungen aus dem Hause Bionda, die schon lange auf den Einzug in die Gazette warten:


"Der verwunschene Schädel" in der gleichnamigen Anthologie rund um die weniger bekannten Grenzfälle des berühmten Meisterdetektivs erzählt von einem nicht überlieferten Ausflug Holmes' und seines treuen Freunds Watson ins Haiti der Jahrhundertwende, wo sie sich der Hilfe einer Einheimischen und ihrer unorthodoxen Methoden versichern, um der langen Reihe erfolgreicher Einsätze keinen peinlichen Fehlschlag hinzufügen zu müssen. Inklusive einer guten Prise Voodoo und eines kleinen Wiedersehens mit Céleste ... passenderweise in der Voodoo Press.
"Grüße von Solomon" in Chill & Thrill ist eine rare 15-Jahre-später-Geschichte, in der Gloria, die tapfere Reporterin mit dem unaussprechlichen Nachnamen, die einst die Mordserie um Cosmo van Bergen aufklärte (ohne mit ihrer Erkenntnis je irgendwas anfangen zu können) Jahre nach Abschaffung der Musik-Cassette endlich ihre Tom-Waits-Bänder zurückbekommt. Damit fangen die Schwierigkeiten aber erst an ... Inklusive Jerry, Taxis, heimlicher Mitschnitte und Kopfschmerztabletten. Erschienen bei Fabylon.
Sunday, February 26. 2012
Die Gazette bläst sich auf
Die Gazette hat sich die letzten Wochen etwas gewandelt, vor allem der Übersichtlichkeit halber: Das Layout ist breiter, das Schriftbild größer und insgesamt offener geworden. Die alten Captchas wurden durch das bekannte reCaptcha-System ersetzt, und die Kommentarfunktionen um BBCode-Formatierungen und eine Livevorschau ergänzt. Vielleicht kommen in Zukunft noch weitere Features hinzu.
An dieser Stelle vielen Dank an alle Leser -- und falls Probleme mit der Darstellung auftreten sollten, bitte Bescheid geben!
An dieser Stelle vielen Dank an alle Leser -- und falls Probleme mit der Darstellung auftreten sollten, bitte Bescheid geben!
Sunday, February 19. 2012
QED
4 Wochen ist das Drama um das Buch, das nicht genannt werden soll, nun her (für Hunde und das Internet also ein gutes halbes Jahr); genug, um unsere Studie zu beschließen und auszusagen: Nein, all der Wirbel, den John Asht und seine Verlegerin mit ihrem unsäglichen Auftreten verursacht haben, hat dem Buch nicht genutzt. Novelrank geht von vier Verkäufen seit Jahresbeginn aus (der letzte kurz nach dem Maximum an Aufmerksamkeit Ende Januar). Selbst, wenn man von einer gewissen Ungenauigkeit in der amazonischen Verkaufsrang-Exegese ausgeht, dürfte die tatsächliche Zahl damit irgendwo zwischen einer und einer halben Hand voll liegen.
Wir lernen: Virales Marketing geht anders, und nicht jede Presse ist auch gute Presse.
Wir lernen: Virales Marketing geht anders, und nicht jede Presse ist auch gute Presse.
*
Letzter Stand vom 19.02.: 572.274
Friday, February 17. 2012
Beleidigter Autor, zweiter Teil
Die Kurzfassung: Ein Berliner Verlag vertreibt ein Buch. Weil man innovativ sein möchte, auch als ebook, und zwar zu einem variablen Preis [1]. Ein Anwalt schreibt einen Brief [2] (wohlgemerkt keine Abmahnung), in dem er darauf hinweist, dass das laut Buchpreisbindungsgesetz leider nicht geht (man kann es gerne verschenken, aber man kann nicht "den Lesern überlassen, den Preis eines Ebooks zu bestimmen" [1], so schön die Idee auch ist). Freilich hätte man das als Verlag wissen können ... und wenn nicht, hätte man sich informieren können ... Wo? Ach richtig: im Internet.
Wie üblich, wenn Internet und Wirklichkeit aufeinanderprallen (wir entschuldigen uns für die Polemik, haben aber gerade zuviel Cyberpunk auf dem Schirm), drehen alle durch: "Verlag verschenkt eBook – und wird abgemahnt", titelt Netzpolitik (inhaltlich gleich doppelt falsch), und mittlerweile reden Verlag [3] und Autor [2] gar davon, man habe versucht, die Verbreitung des Buchs zu "verbieten":
Wir meinen: Geht's auch 'ne Nummer kleiner? Und warum glauben in letzter Zeit Autoren eigentlich ständig an Verschwörungen, wenn sie eine Bauchlandung hinlegen? Weder wird sein Buch "verboten", noch geht es darum, "gefährliche" neue Technologien zu boykottieren. Und sein Sendungsbewusstsein (die neue Generation habe "ein Recht darauf", informiert zu werden) ... Reden wir besser nicht drüber.
Wenn es ihm wirklich nur darum geht, "möglichst viele Leser" zu finden ... und ihm sein Honorar weniger wichtig ist ... und Bücher seiner Meinung nach in ihrer Eigenschaft als Kulturgut zu teuer sind (übrigens ist genau das Sinn der Buchpreisbindung: dass man sich auch was Anderes als Dan Brown und Charlotte Roche leisten kann) ... kann er sein Buch jederzeit im Netz verschenken.
Ein Verlag muss aber wirtschaftlich arbeiten — was gerade sein Verlag hier auch sehr schön darlegt (ohne die Tortenstücke hier im Detail zu besprechen: das generelle Rezept stimmt). Dies auch als Entgegnung auf die andere zur Zeit beliebte Fama von den "Knebelverträgen", aus denen es Autoren, CSU-nahe wie andere, nach Meinung der Digitalen Gesellschaft zu befreien gilt.
Offenbar waren dem Autor Werbe- und Vertriebsmacht eines Verlags im Rücken dann aber doch zu wichtig (und jeder, der mal probiert hat, "allein" im Internet was zu verkaufen, kennt den Unterschied) — nur um festzustellen, dass er nicht beides haben kann: den Schutz (und die Lektoratsdienste?) einer konservativen Veröffentlichung inklusive allem, was dazugehört — und die Aura des innovativen Chronisten ohne finanzielle Interessen (interessant übrigens, dass er implizit zugibt, dass Verkauf zum "fairen Preis" hier einem Honorarverzicht gleichkam: Bezahlt wurden durchschnittlich 5,9 Cent, anderthalb Gramm Marzipan und ein fünfundzwanzigstel Flattr-Klick [1]).
Passend zum aktuellen Übermaß an Aufmerksamkeit (um die 30.000 Leser) hat der Verlag nun übrigens den eBook-Preis einfach auf 99 Cent festgelegt [3] ... womit ja alle Probleme beseitigt wären ... und der Aufstand der Gerechten sicher auch ein paar Verkäufe abwirft.
Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden.
Bitte aber diesen Fall in Zukunft nicht als erfolgreiche Marketingstrategie zitieren.
Wie üblich, wenn Internet und Wirklichkeit aufeinanderprallen (wir entschuldigen uns für die Polemik, haben aber gerade zuviel Cyberpunk auf dem Schirm), drehen alle durch: "Verlag verschenkt eBook – und wird abgemahnt", titelt Netzpolitik (inhaltlich gleich doppelt falsch), und mittlerweile reden Verlag [3] und Autor [2] gar davon, man habe versucht, die Verbreitung des Buchs zu "verbieten":
"(...) ich hätte es nicht möglich gehalten, in meinem Leben noch einmal zu den Autoren zu gehören, deren Bücher verboten werden. Nun ist es geschehen. Eigentlich könnte ich es mir als Ehre anrechnen, denn die Liste jener‚ denen ähnliches widerfuhrj [et passim: sic], ist ja durchaus ehrenwert. Und außerdem wird ja Wohl heutzutage — im „Zeitalter“ der Elektronik — auch nicht mehr verbrannt.
Damit sind wir beim Knackpunkt, diesen offenbar so gefährlichen bites und bytes: Ich war Ihnen sehr dankbar, dass Sie mein bei Berlin Story erschienenes Buch „Der Letzte macht das Licht aus“ zu einem Preis zur Verfügung gestellt haben, den der Leser selbst bestimmen sollte. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass ich so unheimlich gern auf mein Honorar verzichte, sondern in dem Bemühen jedes Autoren, möglichst Viele Leser zu finden.
Im konkreten Fall erzählt mein Buch Geschichten von Fluchten über die glücklicherweise nicht mehr vorhandene innerdeutsche Grenze. Seit es sie nicht mehr gibt, ist nun fast die nächste Generation herangewachsen — sie hat ein Recht darauf, auch über diesen Teil unserer Geschichte informiert zu werden. Das ist nicht immer leicht, denn Bücher sind teuer, ich meine sogar, zu teuer. Sie sind nämlich keine bloße Ware, sondern ein Kulturgut. Aber Gott-sei-Dank gibt es inzwischen ja nicht mehr nur den vor fast 600 Jahren erfundenen Buchdruck, sondern auch die Elektronik und eben auch jene, die ihre Aufgabe im Verhindem und Bremsen sehen. (...)"
Wir meinen: Geht's auch 'ne Nummer kleiner? Und warum glauben in letzter Zeit Autoren eigentlich ständig an Verschwörungen, wenn sie eine Bauchlandung hinlegen? Weder wird sein Buch "verboten", noch geht es darum, "gefährliche" neue Technologien zu boykottieren. Und sein Sendungsbewusstsein (die neue Generation habe "ein Recht darauf", informiert zu werden) ... Reden wir besser nicht drüber.
Wenn es ihm wirklich nur darum geht, "möglichst viele Leser" zu finden ... und ihm sein Honorar weniger wichtig ist ... und Bücher seiner Meinung nach in ihrer Eigenschaft als Kulturgut zu teuer sind (übrigens ist genau das Sinn der Buchpreisbindung: dass man sich auch was Anderes als Dan Brown und Charlotte Roche leisten kann) ... kann er sein Buch jederzeit im Netz verschenken.
Ein Verlag muss aber wirtschaftlich arbeiten — was gerade sein Verlag hier auch sehr schön darlegt (ohne die Tortenstücke hier im Detail zu besprechen: das generelle Rezept stimmt). Dies auch als Entgegnung auf die andere zur Zeit beliebte Fama von den "Knebelverträgen", aus denen es Autoren, CSU-nahe wie andere, nach Meinung der Digitalen Gesellschaft zu befreien gilt.
Offenbar waren dem Autor Werbe- und Vertriebsmacht eines Verlags im Rücken dann aber doch zu wichtig (und jeder, der mal probiert hat, "allein" im Internet was zu verkaufen, kennt den Unterschied) — nur um festzustellen, dass er nicht beides haben kann: den Schutz (und die Lektoratsdienste?) einer konservativen Veröffentlichung inklusive allem, was dazugehört — und die Aura des innovativen Chronisten ohne finanzielle Interessen (interessant übrigens, dass er implizit zugibt, dass Verkauf zum "fairen Preis" hier einem Honorarverzicht gleichkam: Bezahlt wurden durchschnittlich 5,9 Cent, anderthalb Gramm Marzipan und ein fünfundzwanzigstel Flattr-Klick [1]).
Passend zum aktuellen Übermaß an Aufmerksamkeit (um die 30.000 Leser) hat der Verlag nun übrigens den eBook-Preis einfach auf 99 Cent festgelegt [3] ... womit ja alle Probleme beseitigt wären ... und der Aufstand der Gerechten sicher auch ein paar Verkäufe abwirft.
Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden.
Bitte aber diesen Fall in Zukunft nicht als erfolgreiche Marketingstrategie zitieren.
*
Stand vom 17.02., 14.36 Uhr: 543.287
Wednesday, February 15. 2012
Übers Ziel hinaus erklärt
Wenn man krank ist, hat man Zeit — zum Beispiel, um sich über Netzfunde zu verwundern.
So wähnt sich Markus Beckedahl, aktuell omnipräsenter Vorsitzender des Vereins Digitale Gesellschaft, nach den erfolgreichen Protesten gegen ACTA vom letzten Wochenende offenbar nun als rechtmäßige Speerspitze der "digitalen Bürgergesellschaft". Jenem "Bürger" gegenüber aber stellt er (warum auch immer) die "Kreativen", und scheint diese unbekannte Größe auf der Gegenseite seines inneren Schlachtplans zu verorten — denn er fordert sie unter der Überschrift "Wir erklären des Netz, nicht den Krieg" mit markigen Worten heraus:
Dieser Angriff auf "die Künstler" ist polemisch und unangebracht, und zumindest mit Hinsicht auf den Buchmarkt (wenn man nicht gerade John Asht heißt) faktisch schlicht falsch. Leuten zumal die Pistole auf die Brust zu setzen, indem man sie vor die Wahl "Knebel oder wir" stellt, ist darüber hinaus plumpe Rhetorik in bester Bush-Manier; offenbar glaubt man bei der "Digitalen Gesellschaft" mittlerweile, die Grundrechte gepachtet zu haben, und sieht sich als strahlender Ritter der armen Unterdrückten, als die man nun entweder für oder gegen sie sein kann — einmarschiert wird sowieso ("Wir, die digitale Generation fordern unsere Rechte ein. Wer das ignoriert, wird künftig dafür die Quittung erhalten").
Schön, wenn die Welt so einfach funktioniert; binäres Denken für die Gesellschaft von morgen.
"Wir erklären das Netz, nicht den Krieg"?
Das klingt leider anders.
So wähnt sich Markus Beckedahl, aktuell omnipräsenter Vorsitzender des Vereins Digitale Gesellschaft, nach den erfolgreichen Protesten gegen ACTA vom letzten Wochenende offenbar nun als rechtmäßige Speerspitze der "digitalen Bürgergesellschaft". Jenem "Bürger" gegenüber aber stellt er (warum auch immer) die "Kreativen", und scheint diese unbekannte Größe auf der Gegenseite seines inneren Schlachtplans zu verorten — denn er fordert sie unter der Überschrift "Wir erklären des Netz, nicht den Krieg" mit markigen Worten heraus:
"Künstler haben viele Jahrhunderte in dem Ruf gestanden, besonders demokratiefreundlich zu sein. Sie sollten sich fragen, ob sie sich mit der digitalen Grundrechtebewegung solidarisieren – oder lieber mit CDU, CSU und den Plattenfirmen, Verlagen und Filmstudios, die ihnen mit Knebelverträgen die Luft zum Atmen nehmen."
Dieser Angriff auf "die Künstler" ist polemisch und unangebracht, und zumindest mit Hinsicht auf den Buchmarkt (wenn man nicht gerade John Asht heißt) faktisch schlicht falsch. Leuten zumal die Pistole auf die Brust zu setzen, indem man sie vor die Wahl "Knebel oder wir" stellt, ist darüber hinaus plumpe Rhetorik in bester Bush-Manier; offenbar glaubt man bei der "Digitalen Gesellschaft" mittlerweile, die Grundrechte gepachtet zu haben, und sieht sich als strahlender Ritter der armen Unterdrückten, als die man nun entweder für oder gegen sie sein kann — einmarschiert wird sowieso ("Wir, die digitale Generation fordern unsere Rechte ein. Wer das ignoriert, wird künftig dafür die Quittung erhalten").
Schön, wenn die Welt so einfach funktioniert; binäres Denken für die Gesellschaft von morgen.
"Wir erklären das Netz, nicht den Krieg"?
Das klingt leider anders.
*
Stand vom 15.02., 23.49 Uhr: 524.334
« previous page
(Page 1 of 15, totaling 144 entries)
next page »




